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Ausbildungstörn 2008 - Segeln, Wissen, Spass

Wolgast - Peenemünde - Rönne (Bornholm) - Ystad (Schweden) - Klintholm (Mön, DK) - Warnemünde - Rostock, so liest sich die Fahrtroute der Nobile in den 11 Tagen des Ausbildungstörns.

Segeln, Reffen, Anlegen, Ablegen, Ankern, Ausguck und Ruder gehen, Arbeiten im Rigg, Backstag/Preventer, Arbeiten mit Festmachern, Feuer, Medizin, Bordalltag, Kombüse, schwierige und weniger schwierige Manöver, Dinghi, Verschlusszustand, Strecktaue, Psychologisches, so sehen einige der Inhalte des Ab-Törns aus. Spass, Sternenhimmel mit Sternschnuppen, lautloses Segeln, Rauschen des Meeres, Wind im Gesicht, neue Länder, fremde Häfen, interessante Gespräche, das ist auch ein Teil des Törns. 14 fitte Leute Stammcrew, das ist das Ergebnis des AB-Törns 08.

14 angehende Deckshände der Nobilecrew enterten in Wolgast Schritt für Schritt bis Donnerstag den 24.7. die Nobile. Die vier Stammcrewmitglieder (AusbilderInnen) sowie unser Maschinist und unser Schiffsführer freuten sich darüber. Die nächste Öffnung der Brücke in Wolgast nutzten wir auchgleich, um nach Peenemünde zu fahren. Vorher und währenddessen erfolgte die Sicherheitseinweisung und Wacheinteilung. Der Tag endete mit einem schönen Grillen und Lagerfeuer bei dem Konstrukteur der Nobile. Dort konnten die interessierten "Neuen" viel über die Entstehungsgeschichte der Nobile aus erster Hand erfahren

Die nächsten Tage nutzten wir in Peenemünde, um die Nobile und das Arbeiten darauf genauer kennen zu lernen. Am Freitag gab es erst Wetter von unserem Schiffsführer, dann übten wir ausführlich Grundbegriffe, Belegen, Stopper, Backstag/Preventer und Knoten. Noch unbekannte Begriffe und Handgriffe wurden zunehmend vertrauter. Am Samstag beschäftigten wir uns mit Unfallvermeidung, Arbeiten im Rigg, Verschlusszustand, Strecktauen, Kommunikation an Bord, Sicherheitsrolle und POB (Person Over Board). Unser Maschinist gab den Backschaften hilfreiche Tipps im Umgang mit Katharina (der Dieselherd). Wie bei diesem als auch in anderen Maschinistenbereichen bezog unser Ölfuss gerne die Interessierten ein und bot ihnen Gelegenheiten, in diesen Schiffsbereich hineinzuschnuppern.

Sonntag früh um 5 Uhr legten wir ab. Wir setzten das Groß, Fock, Klüver und? ab ging´s im Wachbetrieb nach Bornholm. Segeln, Ruder gehen und Ausguck standen auf dem Programm.

Montag verholten wir die Nobile, werteten den vorherigen Tag aus, vertieften das Wissen und gaben Einblick in unsere Wartungsarbeiten im Rigg. Daneben gab es Zeit für dänische Aktivitäten (Pölser und Softice essen, bunte Häuser gucken und in der Ostsee baden).

Dienstag war wenig Wind und so trieben wir die erste Zeit vor Bornholm. Die Zeit nutzten wir um den Umgang mit Festmachern und erneut Backstag/Preventer zu üben, Dinghi und Maschinenrundgang inklusive Feuerlöschsysteme waren ebenfalls Thema. Der Kapitän zog Fisch um Fisch aus dem Meer (er nannte es: "sich aus Sicherheitsgründen mit den biodynamischen Verhältnissen unter dem Kiel vertraut zu machen") Kaum kam Wind auf, zogen wir die Segel. Schön rauschten wir dahin, bis uns Land in die Quere kam - Ystad. Nun waren wir in Schweden.

Mittwoch ging es hinüber nach Klintholm. Der gewünschte Wind blieb aus, obwohl unsere bordeigene Wetterfee immer wieder gute Vermittlungsarbeit leistete. So brauchten wir viel länger als gehofft und erreichten Klintholm erst im Dunkeln. Wir entschieden uns, nicht mehr in der Dunkelheit einzulaufen, steuerten zielsicher einen guten Platz an und lagen dann vor Anker. Die angehende Stammcrew wurde in die Ankerwache eingewiesen: Peilpunkte kontrollieren, Wetterbeobachtungen machen,... Wach sein für die Nacht und das Schiff. Am nächsten Morgen - bei schönstem Sonnenschein - setzten wir unser Lernen an den Stationen "Dinghi, Backstag/Preventer, Festmacher und Feuerlösch-Systeme" fort. Mittags liefen wir in den Hafen ein und der Nachmittag wurde von den 14 Nachwuchsnobilisten zum Baden und Entspannen genutzt. Am späten Nachmittag brachten zwei Ausbilder die Themen Feuer und Medizin auf den Tisch. Währenddessen bereiteten zwei weitere Ausbilder das Abendessen vor, welches danach auf den Schwertkasten und dann in die Mägen kam. Der Tag endete mit einem schönen Kubb-spiel auf der Pier von Klintholm. Donnerstag machte uns ein starker Ostwind einen Strich durch die Rechnung und brachte uns einen weiteren Tag in Klintholm. Doch dieser verstrich nicht ungenutzt: Bordalltag, Werftzeit, Kasse, Kombüse und Stauen waren die Themen. Und der Freitag begann früh mit erfolgreichem Ablegen, Segel setzen, ausreffen und einem schönen Segeltag mit einigen Wenden. Kurz vor dem Verkehrstrennungsgebiet schlief der Wind ein, so fuhren wir unter Maschine hindurch zu unserem Ankerplatz vor Warnemünde. Der Zielhafen stand nun plötzlich kurz vor unserer Tür. Der letzte Tag begann mit einem gemeinsamen Reinschiff. Die Fahrt auf der Warnow nutzten wir für letzte Gespräche und das Ausfüllen der Feedbackbögen. Schwupps lagen wir fest neben der Fortuna. Das letzte gemeinsame Mittagessen, die letzte gemeinsame Runde und die Verabschiedung begann. Und gleichzeitig begann die Freude auf die nächsten Törns mit dem einen oder anderen neuen Stammcrewmitglied und das Stammcrewwochenende im November.

Es war ein schöner Törn mit lauter netten Menschen, die hoffentlich alle Meerwasser geleckt haben und auf den Nobilegeschmack gekommen sind. Wie ein Teilnehmer so schön gesagt hat: Es ist, als wenn man nun mit der Nobile verlobt ist! Na dann, auf in die Ehe. Wir sehen uns im November, auf den zahlreichen Werftzeiten und in der nächsten Saison.